
Der Begriff „Smart Money “ hat sich im Lexikon der Marktteilnehmer fest eingeprägt, gleichzeitig können damit aber auch einige Missverständnisse assoziiert werden. Dieser Artikel soll helfen, diese zu vermeiden.
Smart Money beim Trading. Worum geht es?
Der Begriff „Smart Money“ stammt aus dem Bereich des Glücksspiels – Spielcasinos, Pferderennen, Sport. So nannte man die Menschen, die so kontinuierlich Geld gewannen, und dies nicht nur mit Glück zu rechtfertigen war.
Später wurde das Konzept des „Smart Money“ in den Bereichen Start-up, Risikokapital und beim Trading eingesetzt.
In der Handelswelt bezieht sich der Begriff „smart money“ auf große institutionelle Investoren und Anlagefonds, die über erhebliche Ressourcen und professionelle analytische Fähigkeiten verfügen. Diese Marktteilnehmer können Zugang zu wichtigen Informationen, analytischen Berichten und Tools haben, um sich einen Investitionsvorteil zu verschaffen.
Zu den Smart Money gehören die großen Versorgungsfonds, Investitionsgesellschaften, Zentral- und Wirtschaftsbanken, Hedgefonds und andere Börsenprofis.
Der Begriff „Smart Money“ bezieht sich beim Handel normalerweise nicht auf einen bestimmten professionellen Marktteilnehmer, sondern auf die kollektive Leistung aller Händler. Es wird angenommen, dass jeder der Profis unabhängig von den anderen agiert – manchmal sind ihre Aktivitäten synchronisiert und manchmal treffen die großen Marktteilnehmer in dem Versuch zusammen, sich gegenseitig auszutricksen.
„Beim Smart-Money-Trading“ werden häufig moderne Technologien und Algorithmen zur Datenanalyse, Marktmodellierung und auch zur Automatisierung eingesetzt – auch für den Hochfrequenzhandel und/oder die Arbitrage.
Durch große Transaktionsvolumina kann Smart Money den Markt beeinflussen. Ihr Vorgehen hat einen erheblichen Einfluss auf die Preise von Anlagen und die Markttrends.
Wie man die Zeichen des Smart Money auf einem Aktienchart entdeckt
Die hier vorgestellten Ideen basieren auf einer langjährigen Marktbeobachtung. Sie beziehen sich auf den Handel mit Aktien, Futures und Kryptowährungen.
Warnung! Keine der beiden Methoden gewährleistet eine 100% Profitgarantie. Die Investitionsentscheidungen sollten auf Ihrer Fähigkeit zur Interpretation der Charts erfolgen – schließlich sind Sie allein für Ihr Kapital verantwortlich.
Tipp 1. Behalten Sie die Nachrichtendaten im Auge
Smart Money hat einen emotionalen Vorsprung gegenüber Kleinanlegern, die von Angst und Gier angetrieben werden. Dieser Aspekt wurde von Warren Buffett kurz und knapp formuliert:
„Man kauft, wenn alle anderen um Sie herum beängstigt sind. Man muss verkaufen, wenn alle anderen geizig sind!“
Wenn man Smart Money am Vortag eines Aufwärtstrends kaufen will, ist man daran interessiert, diese günstiger zu kaufen. Auf dem Chart ist daher in der Regel zuvor eine Abwärtsbewegung zu erkennen (oft vor dem negativen Nachrichtenhintergrund), der die Breite des darauf folgenden Anstiegskanals kennzeichnet. Vielleicht erzeugt das Smart Money absichtlich Panik, um am Vortag einer Preissteigerungsphase möglichst viele Börsenaktien zu akkumulieren? Dies wird im unten stehenden Chart schematisch dargestellt.

Auch das Gegenteil wäre möglich. Ein schneller Aufschwung aufgrund positiver Nachrichten könnte die „Eröffnung“ eines Abwärtskanals sein. Schließlich nutzt das Smart Money den Markt, um seine Long-Positionen zu verkaufen (und Short-Positionen zu eröffnen), wenn alle anderen der Profitgier zum Opfer fallen, wie Buffett bereits festgestellt hat.
Ein Beispiel. Grafik des Bitcoin-Marktes, 2021
Im Herbst 2021 überschritt der Bitcoinpreis die psychologische Wertgrenze von 60.000 pro Coin, als die Nachricht von der Quotierung von Coinbase an der Nasdaq-Börse bekannt wurde. Analysten diskutierten darüber, wann bitcoin die 100.000-Dollar-Marke erreichen würde, und Smart Money verkaufte in großem Umfang (indem es Long-Positionen auflöste und Short-Positionen eröffnete), um von der Aufregung zu profitieren, dass der bitcoin-Preis die runde Mark durchbrechen würde.

Bitte beachten Sie den Marktprofilindikator: Das POC-Stufe hat sich knapp oberhalb der psychologischen Grenze entwickelt. Der Andrang der geldgierigen Investoren nach dem Zusammenbruch war groß, und Smart Money hatte genug Bedarf, um Bitcoins zu verkaufen.
Bitte beachten Sie auch die Spitzenwerte des negativen Deltas zum Trendbeginn. Möglicherweise hat das „Smart Money“ die Bildung von Short-Positionen eingestellt, der Nachfragesturm war verschwunden, und die Verkäufe auf dem Markt haben den Bitcoin-Preis schnell nach unten gedrückt, so dass die Anleger in der Falle gelandet sind.
Ein Beispiel dazu. Der E-mini S&P-500-Markt und die Finanzkrise
Im März 2023 waren die Finanzmarktteilnehmer sehr besorgt über den Insolvenz der Silicon Valley Bank, SilverGate und anderer. Dies geht aus der Infografik von Google Trends hervor.

Wir betrachten den E-mini S&P-500 Chart. Wie man vermuten kann, gibt es in diesem Periodenzeitraum ein auffälliges Minimum.

Das Marktprofil lässt darauf hinweisen, dass das „Smart Money“ aufgrund der Nachrichten über die Krise Verträge mit Long-Positionen um die 3900er-Marke akkumulierte, wo sich das höchste Volumen entwickelte.
Anhand des Deltas, das von negativ zu positiv veränderte, lässt sich feststellen, dass die Kampagne in 2 Phasen ablief (wie es normalerweise der Fall ist):
- Zunächst kaufte das „Smart Money“ eine Menge von Limit-Kaufauftaufträgen von Händlern auf, die aufgrund einer Reihe von Insolvenzen eine allgemeine Krise vermuteten.
- Als die Panik nachließ und die Situation mit den Insolvenzen geklärt war (sie wurden von größeren Banken in Besitz genommen), stieg der E-mini S&P-500 unter dem Einfluss von Aktienkäufen durch Smart Money, das vermutlich die Information hatte, dass die Insolvenzschuldner gerettet sein werden und es zu keinem Kursabsturz kommen würde.
Tipp 2. Achte auf die Volatilität
Eine höhere Volatilität auf dem Markt ist ein Zeichen für die Aktivität des Smart Money. Denn Kleinhändler mit ihren begrenzten Auftragsvolumina nicht in der Lage sind, den Markt durcheinander zu bringen.
Der einfachste Weg ist die Verwendung des ATR-Indikators.
Ein Beispiel dazu Anstieg der Volatilität am Erdölmarkt
Ende November/Anfang Dezember 2021 wurde die Welt durch das Entstehen eines neuen Stammes des afrikanischen Coronavirus extrem erschüttert. Der Erdölpreis stürzte im Laufe des Tages um 10 % ab – die Erinnerung der Trader an den paradoxen Negativpreis der Erdöl-Futures während der Panik im Frühjahr 2020 war noch frisch.

Der ATR-Indikator zeigte eine heftige Steigerung an. Der Preis schwankte damals sehr stark. Ein derart aktiver Markt konnte hohe Kaufangebote absorbieren, und die Smart Money nutzten diese Situation zum Akkumulieren von Long-Positionen. Man wusste wohl, dass die durch den neuen Stamm ausgelösten Angstgefühle dem Preisabsturz nicht entsprechen würden und dass sich der Erdölmarkt auch wieder erholen (oder sogar weiter steigen) wird, wenn die Sorgen sich nachlassen werden.
Achte auf POC und Delta. Das hohe Volumen zeigt, dass das Smart Money unter der psychologischen Grenze von $70 pro Auftrag aktiv geworden ist. Und das Delta wechselte allmählich das negative zu einem positiven Wert.
Ein Beispiel dazu. Die Marktsituation des britischen Pfunds
Die Regierungszeit von Liz Truss war offiziell die kürzeste in der britischen Geschichte. Ihre Steuerreform sorgte für viel Aufregung und schließlich trat Truss zurück, was die Märkte wieder stabilisierte. Das Chart zeigt eindeutig die zweitägige Panik, als der Preis bis zur unteren Begrenzungslinie der parallelen Handelsspanne sank und sich dann wieder von ihr absetzte.

Die Panikstimmung war ein lukrativer Moment für Smart Money, um Long-Positionen zu etablieren. Wahrscheinlich hatten sie mehr Informationen über den Amtswechsel des britischen Regierungschefs, als in den Zeitungen zu lesen war. Außerdem wussten sie so besser über den Eigenwert der britischen Währung Bescheid, der auf 1,05 abgesunken war.
Auch hier deutet die Abweichung bei den Delta-Werten darauf hin, dass die Anleger den panikartigen Verkäufen zunächst mit Limit-Kaufaufträgen entgegenkamen und dann, als sich die Panik beruhigt hatte, mit Marktkäufen reagierten.
Tipp 3. Behalte die COT-Berichte im Auge
Die COT-Berichte sind die Offenlegung der Positionen der wichtigsten Marktteilnehmer.
Diese Berichte verringern das Risiko von Marktabstürzen und enthalten außerdem wertvolle Informationen darüber, was die großen Marktteilnehmer auf langfristige Weise für sinnvoll erachten.
Auf der ATAS-Plattform werden die Daten in Form eines griffbereiten COT-Berichtsindikators dargestellt.

Die Höchstwerte der roten Linie (siehe Weizenfutures-Chart oben) korrelieren mit den Tiefstwerten des Marktes.
Weitere Informationen zu COT-Berichten finden Sie in dem entsprechenden Artikel in unserem Blog.
Tipp 4. Achte auf die Volumenindikatoren
Die Volumenindikatoren sind die einfachsten Instrumente, um die Aktivitäten der großen Marktteilnehmer zu verfolgen. Die COT-Berichte und die anderen erwähnten Informationsquellen können sich verzögern, während Indikatoren wie Big Trades und die Heatmap in der ATAS-Plattform es Ihnen als Marktteilnehmer gestatten in Echtzeit den Tagesablauf zu verfolgen (dies erfordert die Verbindung an einen Börsendaten-Stream).
Ein Beispiel dazu. LTCUSD Markt
Der folgende 5-Minuten-Chart zeigt die Situation auf dem Intraday-Markt. Der Chart wurde mit einem Big Trades-Indikator und einem DOM Trader-Modul mit Heatmap vervollständigt.

Der Indikator „Big Trades“ zeigt einen Anstieg der Handelsumsätze an (1). Wäre es möglich, dass Smart Money hier aktiv waren? Es könnte sich um eine Einzelmaßnahme eines großen Händlers gehalten haben, der ein wenig in Zeitnot war.
Die weitere Entwicklungen sind auf der Heatmap besser zu erkennen. Am Tiefstwert näherte sich der Preis dem Großvolumen in der Markttiefe (2) – dieser Limit-Buy konnte nur von einem großen Marktteilnehmer getätigt werden. Dabei kam es zu einer Reihe von Panikverkäufen, erkennbar an den roten Kreisen auf dem Grafikband. Der Verkaufsdruck reichte nicht aus, um die Unterstützung bei hohem Volumen zu durchbrechen, so dass der Preis eine zinsbullische Wende vollzog (3).
Ein Beispiel dazu. Goldmarkt am Vortag der Vorträge der Nationalbankpräsidenten
Der folgende Chart ähnelt dem vorherigen, bezieht sich aber auf den Goldmarkt.

Wir können davon ausgehen, dass smart money an Investitionen im Raum von 1908 bis 1912 interessiert ist. An dieser Stelle werden die großen Limit-Kaufaufträge vergeben. Dieses Interesse wird wahrscheinlich dadurch ausgelöst, dass der Abwärtstrend (auf dem 5-Minuten-Chart links zu sehen) an Schwung verliert und Big-Trades-Signale an den lokalen Tiefstwerten auftreten, gefolgt von bullischen Kerzen.
Auf dem Markt ist jedoch das entgegengesetzte Interesse (2) am Werk – dies lässt sich daran erkennen, dass erhebliche Limit-Verkaufsaufträge in der Nähe des aktuellen Preises erteilt werden, um die Bärenwelle zu intensivieren. Insgesamt war die Marktstimmung aufgrund der für diesen Tag (28. Juni 2023) angesetzten Vorträge der Zentralbankpräsidenten besonders volatil.
Weitere Informationen zum Thema:
Die Schlussfolgerungen
Das Konzept des „Smart Money“ bezieht sich auf professionelle Marktteilnehmer, die über erhebliche Ressourcen und Zugang zu Informationen verfügen und hochentwickelte Technologien und Strategien für den Markthandel einsetzen.
Man könnte sagen, sie sind „smart“ in dem Sinne, dass sie ihre Vorteile mit dem Erfolg auf dem Markt kombinieren – auch auf den Kosten der Gelder, die von der Mehrheit der Kleinanleger gehandelt werden.
Gleichzeitig steht das Smart Money ständig vor der Herausforderung, mit großen Volumina zurechtzukommen – es braucht Gegenliquidität, um eine Position zu etablieren.
Um Ihr Trading-Level zu verbessern, empfehlen wir Ihnen, das Thema „Smart Money“ genau zu betrachten. Um diese Aufgabe zu vereinfachen, bietet ATAS effiziente und benutzerfreundliche Tools für die Verfolgung der großen Volumen. Das Ziel wäre, das Verhalten von Smart Money zu identifizieren und entsprechend seiner Intention zu handeln.
Mit dem Simulator der ATAS Market Replay-Plattform können Sie die Interpretation der Aktionen der großen Marktteilnehmer praktizieren und lernen.
Laden Sie die kostenlose Testversion von ATAS herunter. Es ist kostenlos. Während des Probezeitraums haben Sie vollen Zugang zu den Tools der Plattform, so dass Sie diese bewerten und eine Entscheidung treffen können, ob Sie sich den Kauf wünschen. Außerdem können Sie die Software auch nach der 14-tägigen Testperiode weiterhin kostenlos nutzen, allerdings nur für den Kryptowährungshandel.
Die ATAS-Plattform:
- ermöglicht es Ihnen, die Tick-Historie der Futures-, Aktien- und Kryptowährungsmärkte herunterzuladen, um sich ein detailliertes Marktverständnis zu verschaffen;
- bietet viele Vorteile für Trader, die den Handel mit praktischen Cluster-Charts und einzigartigen Indikatoren kombinieren möchten.
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Die Informationen in diesem Artikel sind nicht als Aufforderung zur Investition oder zum Kauf/Verkauf von Vermögenswerten an der Börse zu verstehen. Alle Situationen, die in diesem Artikel besprochen werden, dienen ausschließlich dem Zweck, sich mit der Funktionalität und den Vorteilen von ATAS vertraut zu machen.