September 25, 2026

Break-and-Retest-Strategie: Bestätigung durch Order Flow

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    Break-and-Retest-Strategie

    „Break and Retest“ ist eine trendfolgende Einstiegsstrategie: Der Kurs durchbricht ein Unterstützungs- oder Widerstandsniveau, kehrt dann zu genau diesem Niveau zurück, um es erneut zu testen, und setzt anschließend die Bewegung in Ausbruchsrichtung fort. Trader nutzen diesen Pullback (den Retest), um mit einer logischen Stop-Loss-Platzierung und einem klaren Gewinnpotenzial einzusteigen.

    Das Problem: Auf realen, „verrauschten“ Charts sind saubere Retests selten. Der Kurs schießt oft über das Niveau hinaus oder erreicht es nicht ganz, und manchmal erweist sich der Breakout als falsch: Der Kurs kehrt vollständig auf die andere Seite des Niveaus zurück.

    Die meisten Artikel zum Thema Break and Retest enden bei „Achten Sie auf ein Candlestick-Muster als Bestätigung“. Das reicht nicht aus, um nicht in die Falle eines Fehlausbruchs zu tappen. Drei reale Charts – S&P-500-Futures (ES), Gold und Bitcoin – zeigen, wie Order Flow und Volumenanalyse in ATAS es einem Trader ermöglichen, einen echten Breakout von einer Kursmanipulation zu unterscheiden.

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    ⚠️ Der Handel mit Futures und anderen Finanzinstrumenten ist mit einem erheblichen Verlustrisiko verbunden. Vergangene Ergebnisse sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. ATAS stellt Werkzeuge zur Datenanalyse und -visualisierung bereit – alle Handelsentscheidungen trifft der Trader selbst und auf eigenes Risiko.

    Was ist das Break-and-Retest-Muster?

    Was ist ein Breakout?

    Ein Breakout (Ausbruch) im Trading ist eine impulsive Kursbewegung, die ein zuvor etabliertes Unterstützungs- oder Widerstandsniveau durchbricht. Ein Breakout geht in der Regel mit steigendem Volumen einher und signalisiert, dass das bisherige Gleichgewicht zwischen Käufern und Verkäufern zusammengebrochen ist: Der Kurs sucht ein neues Niveau, das beide Seiten zufriedenstellt.

    Was ist das Break-and-Retest-Muster?

    Pfeil (1) markiert einen bullischen Breakout über den Widerstand, Pfeil (2) den Retest.

    Was ist ein Retest im Trading?

    Ein Retest ist die Rückkehr des Kurses zu einem Niveau, das er gerade durchbrochen hat. Nachdem der Kurs „die Wand durchbrochen“ hat, tritt er einen Schritt zurück, um dieses Niveau von der anderen Seite zu testen, und setzt dann die Bewegung in Richtung des ursprünglichen Breakouts fort.

    Gerade die Umkehr am Retest-Punkt gibt einem Trader die Chance, mit einem günstigen Verhältnis von Risiko (begrenzt durch das Ausbruchsniveau) zu Chance (mit dem Potenzial einer Trendfortsetzung) einzusteigen.

    Fortsetzungs-Breakout vs. Umkehr-Breakout

    Nach dem Kontext lassen sich Breakouts in zwei Typen unterteilen:

    Breakouts nach Kontext
    Fortsetzungs-Breakout (Continuation Breakout)
    verläuft in Richtung des bestehenden Trends. Gilt als weniger anfällig für Fehlsignale, da er mit der dominierenden Kraft des Marktes übereinstimmt.
    Umkehr-Breakout (Reversal Breakout)
    verläuft gegen den vorherigen Trend und signalisiert einen möglichen Trendwechsel.

    Fortsetzungs-Breakout vs. Umkehr-Breakout: zwei Arten von Breakout-Mustern im Kurschart im Vergleich

    Nach dem Winkel des Niveaus lassen sich Breakouts ebenfalls in zwei Typen unterteilen:

    • Breakout eines horizontalen Niveaus – der klassische Fall: ein psychologisch wichtiger Kurs oder ein vorheriges Swing-Hoch/-Tief im Chart.
    • Breakout eines schrägen Niveaus – entsteht an einem Trendkanal oder einem Dreieck.

    Warum Widerstand zur Unterstützung wird (und umgekehrt)

    Der Kursanstieg nach einem Retest wird in der Regel durch das Zusammenspiel mehrerer Gruppen von Tradern erklärt: Käufer, die beim Breakout eingestiegen sind, verteidigen ihre profitablen Positionen und stocken sie auf; Verkäufer, die am Niveau short gegangen sind, schließen ihre Verlusttrades – sie kaufen, um bei Breakeven herauszukommen; Trader, die „den Zug verpasst“ haben, erhalten eine zweite Chance, zu einem guten Preis einzusteigen.

    Aus Sicht von Angebot und Nachfrage: Das Gleichgewicht, das vor dem Breakout bestand, ist nicht mehr relevant. Nach einem bullischen Breakout über den Widerstand gibt es beim Retest in der Regel nicht mehr genug Verkäufer – die meisten Marktteilnehmer glauben nun an weiter steigende Kurse. Keine Verkäufer, kein Treibstoff für einen Rückgang.

    Aus Sicht der Falle: Ein Retest kann Trader in eine Falle locken – sie gehen in Erwartung eines Fehlausbruchs short, werden dann ausgestoppt, was die Bewegung beschleunigt. Gleichzeitig setzt der Retest die Käufer unter Druck, die beim Breakout eingestiegen sind: Statt wachsender Gewinne sehen sie einen Verlust oder schließen bei Breakeven – kurz bevor die eigentliche Bewegung beginnt.

    Das sind nicht die einzigen Erklärungen für dieses Phänomen – eine tiefere Footprint-Analyse kann mehr offenbaren. Aber das Muster funktioniert, und im Folgenden konzentrieren wir uns darauf, wie man es in der Praxis tradet.

    Echter Breakout vs. Fehlausbruch (False Breakout)

    Im Schema wirkt das Muster einfach, doch auf einem realen, verrauschten Chart ist ein Trader ständig mit Zweifeln konfrontiert: Wie erkennen Sie im Moment des Retests, ob es sich um den Beginn eines neuen Trends handelt und nicht um eine Falle?

    Typische Probleme beim Retest

    • Der Retest ist zu flach (was auf die Stärke der ursprünglichen Bewegung hindeutet) oder zu tief.
    • Nach dem Retest zeigt der Kurs keine nennenswerte Fortsetzung der ursprünglichen Bewegung.
    • Der Breakout erweist sich als vollständiger Fehlausbruch – der Kurs kehrt ohne jeden Ansatz einer Fortsetzung auf die andere Seite des Niveaus zurück (mehr dazu in den FAQ unten).

    Fallstudie: Gescheiterter Retest bei ES-Futures

    • Balance. Der Kurs bewegte sich in einer Range zwischen Unterstützung (S) und Widerstand (R).
    • Breakout. Der Kurs schoss über den Widerstand (1) – vermutlich infolge einer Nachrichtenveröffentlichung. Ein Volumenanstieg gilt oft als Bestätigung eines Breakouts, in diesem Fall jedoch nicht.
    • Retest. Der Kurs kehrte zum Ausbruchsniveau zurück und drehte (2). Lange untere Dochte an den Kerzen sind ein klassisches Zeichen für Nachfrage.

    Beispiel für einen gescheiterten Break and Retest bei S&P-500-Futures (ES): Breakout, Retest und Umkehr im Chart markiert

    Nach dem Retest gelang es dem Kurs jedoch nicht, die ursprüngliche Bewegung fortzusetzen, und der Rest der US-Session brachte starke Verkäufe.

    Dieses Beispiel zeigt, warum es entscheidend ist, eine Break-and-Retest-Position mit einem Stop abzusichern und den übergeordneten Kontext zu lesen:

    • Auf der linken Seite des Charts war der Kurs gefallen, daher ist Bewegung (1) eher als Zwischenerholung innerhalb eines Abwärtstrends zu lesen denn als Umkehr.
    • Das Hoch von Kerze (1) hatte das anhand der Höhe der R–S-Range projizierte Bewegungsziel bereits erreicht, was zusätzliche Zweifel am Aufwärtspotenzial weckte.

    Breaks und Retests sind kein „leicht verdientes Geld“. Im Folgenden finden Sie konkrete Regeln statt vager Bestätigungssignale.

    Break-and-Retest-Strategie traden: Schritt-für-Schritt-Anleitung

    Wir verbinden Theorie und Praxis und stellen die Regeln der Strategie dar, indem wir zwei Ansätze kombinieren:

    Zwei Ansätze für die Strategie
    Klassisch (Price Action)
    die Regeln für das Trading von Breaks und Retests, wie sie die meisten Einsteigerartikel beschreiben.
    Fortgeschrittene Volumenanalyse
    dieselbe Logik, jedoch bei jedem Schritt ergänzt um objektive Order-Flow-Daten für eine fundiertere Entscheidung.

    Schritt 1. Das Niveau bestimmen

    Suchen Sie im Chart ein offensichtliches Unterstützungs- oder Widerstandsniveau – eines, das der Kurs mehrfach getestet hat. Meist ist es horizontal, aber auch schräge Niveaus funktionieren, manchmal sogar besser. Indikatoren für Unterstützung und Widerstand können dabei helfen.

    Beispiel. Der Chart unten zeigt eine Aufwärtstrendlinie (1), von der der Kurs immer wieder abprallte. Der Wechsel von negativem zu positivem Delta bestätigt neben anderen Anzeichen, dass das Niveau als Unterstützung fungiert.

    Schritt 1 der Break-and-Retest-Strategie: Bestimmung eines Unterstützungsniveaus an einer Aufwärtstrendlinie mit Delta-Bestätigung

    Eine schnelle Möglichkeit, Musterkandidaten zu finden, ist der in ATAS integrierte Indikator Breakout and Retest Signals: Er hebt automatisch Momente hervor, in denen ein Schlüsselniveau durchbrochen wird und der Kurs dorthin zurückkehrt. Wie die ATAS-Dokumentation selbst betont, ersetzt dieses Signal weder die Kontext- noch die Volumenanalyse – es beschleunigt lediglich die Suche nach Kandidaten, die weiterhin so bestätigt werden müssen, wie es dieser Artikel zeigt.

    Schritt 2. Den Breakout antizipieren

    Klassischerweise wartet ein Trader darauf, dass eine Kerze jenseits des Niveaus schließt, um den Breakout zu bestätigen. Ein Trader, der den Footprint liest, hat mehr Möglichkeiten:

    • Den jüngsten Kontext analysieren, um Gründe für einen Breakout zu finden, bevor er tatsächlich stattfindet.
    • Den Footprint analysieren, um zu sehen, wie eine Seite die Oberhand gewinnt, während die andere zurückweicht (oder Widerstand leistet, aber scheitert).
    Schritt 2 der Break-and-Retest-Strategie: Footprint- und Delta-Signale lesen, um einen Breakout zu antizipieren

    Im Chart: (1) ein ungewöhnlich großer positiver Delta-Ausschlag, typisch für einen Buying Climax, der eine Rally beendet; (2) Verkäufer treten sofort auf den Plan und stoppen den Anstieg; (3) Käufer geraten in die Falle; (4) Verkäufer werden aktiver; (5) der Rückgang unter ein Schlüsselniveau löst die Stops der Käufer aus, die auf der FOMO-Kerze long gegangen sind; (6) nach der Liquidation der Long-Positionen der Käufer erhält der Kurs meist einen Schub nach oben, doch hier fällt dieser träge aus und geht mit No Demand einher; (7) Verkäufer werden an einer wichtigen Unterstützung (der Trendlinie) aggressiver. Ein bärischer Breakout bahnt sich deutlich an.

    Schritt 3. Den Breakout bestätigen

    Die klassische technische Analyse besagt, dass eine Kerze jenseits des Niveaus schließen muss, um den Breakout zu bestätigen; danach lohnt es sich, noch 1–2 weitere Kerzen abzuwarten, ob sich der Kurs dort hält.

    Steigendes Volumen bestätigt einen Breakout, doch fortgeschrittene Techniken der Volumenanalyse liefern mehr Details. Zu den Hinweisen, dass eine Seite die Oberhand hat, gehören: ein Delta-Ausschlag (deutlich positiv oder negativ); ein dünnes Profil (ein Zeichen für ein Ungleichgewicht) in Verbindung mit einer sich beschleunigenden Kursbewegung.

    Schritt 4. Auf den Retest warten

    Der Trader braucht erneut Geduld und wartet darauf, dass der Kurs zum durchbrochenen Niveau zurückkehrt – wobei zu bedenken ist, dass dies nicht garantiert ist: Die stärksten Breakouts erfolgen in der Praxis oft ganz ohne Retest.

    Klassischerweise erfolgt der Pullback zum Niveau bei sinkendem Volumen, in der Praxis ist das jedoch unterschiedlich.

    Break-and-Retest-Setup innerhalb einer Dreiecks-Konsolidierung, bestätigt durch einen positiven Delta-Ausschlag

    In unserem Beispiel nach einem bärischen Break eines gepunkteten Niveaus: Der Kurs pendelte sich ein und bildete ein Dreieck (1); dann fassten die Bullen Mut und brachen das Dreieck nach oben – bestätigt durch einen positiven Delta-Ausschlag (2) –, wobei der Kurs das Hoch der Kerze (3) erreichte.

    Schritt 5. Am Retest nach Bestätigung suchen

    Am Retest-Niveau sucht ein Trader nach einer Bestätigung der Umkehr. Klassischerweise ist das ein visuelles Candlestick-Muster (Pin Bar, Engulfing, Hammer) oder ein Indikatorsignal.

    In der Volumenanalyse liegt der Fokus auf dem Vergleich von Aufwand (Volumen) und Ergebnis (Kursveränderung). Um einen Stimmungsumschwung rechtzeitiger zu erkennen, hilft es, auf einen niedrigeren Zeitrahmen zu wechseln und Order-Flow-Tools hinzuzuziehen – zum Beispiel die Liquidität im Orderbuch über die Heatmap zu lesen. Doch selbst ein Wechsel des Zeitrahmens lässt nicht immer genug Zeit, um zum gewünschten Preis einzusteigen: Starke Retests drehen oft sehr schnell. Das erhöht den Wert von Limit-Orders, Alerts und dem Üben in ATAS Market Replay, um die Entscheidungsgeschwindigkeit zu schärfen.

    Schritt 6. In den Trade einsteigen

    Der Einstieg folgt auf die Bestätigung – entweder ein Candlestick-Muster auf einem niedrigeren Zeitrahmen oder ein Stimmungsumschwung im Footprint (zum Beispiel, wenn hellblaue Cluster, die den Kurs nicht höher treiben können, hellroten weichen).

    Risikomanagement: Stop-Loss und Take-Profit

    Risikomanagement
    Stop-Loss
    • Einfacher Ansatz – jenseits der Grenzen der Umkehrformation, die auf dem niedrigeren Zeitrahmen gefunden wurde.
    • Fortgeschrittener Ansatz – jenseits der Footprint-Zone, in der der Stimmungsumschwung zwischen den Seiten sichtbar ist.
    Take-Profit
    • die Annahme, dass die Bewegung nach dem Retest mindestens so groß ausfällt wie der Ausbruchsimpuls;
    • ein mathematischer Ansatz – ein Risk-Reward-Verhältnis von 1:2 oder 1:3;
    • ein Trailing Stop – sinnvoll, wenn der Druck in Trendrichtung eindeutig bleibt (beeilen Sie sich nicht, einen schnellen Gewinn mitzunehmen, wenn der Druck von Verkäufern oder Käufern im Footprint noch offensichtlich ist).

    Break and Retest in der Praxis: Order-Flow-Fallstudien

    Mit den ATAS-Tools können Sie den Aufwand hinter Breakouts und Retests verfolgen und das Ergebnis bewerten, das dieser tatsächlich hervorgebracht hat.

    Kurze Definitionen für die folgenden Beispiele:

    Kurze Definitionen für die folgenden Beispiele
    eine Aufschlüsselung des innerhalb einer einzelnen Kerze gehandelten Volumens nach konkreten Preisniveaus, unterteilt in Käufe und Verkäufe; er zeigt genau, wo und zu wessen Gunsten der eigentliche Kampf zwischen den Seiten ausgetragen wurde.
    Delta
    die Differenz zwischen dem Volumen der Market-Käufe und der Market-Verkäufe an einer Kerze oder einem Preisniveau; zeigt, welche Seite in diesem Moment aggressiver war.
    Market Profile
    die Verteilung des gehandelten Volumens über die Preisniveaus in einem bestimmten Zeitraum; es zeigt Balance-Zonen, in denen der Kurs sowohl Käufer als auch Verkäufer zufriedenstellte.
    Wyckoff-Methode
    ein Modell der Marktphasen: Akkumulation → Mark-Up → Distribution → Mark-Down.

    Beispiel: Gold-Futures (CME)

    Ein Stundenchart der Gold-Futures, CME-Daten. Ein typischer Trading-Artikel würde ihn so beschreiben: „Das Niveau 3470 wechselte immer wieder seine Rolle zwischen Widerstand und Unterstützung. Der Retest nach dem bullischen Breakout bot einen Long-Einstieg an Punkt B, der Retest nach dem bärischen Breakout einen Short-Einstieg an Punkt C. Achten Sie auf Candlestick-Muster auf niedrigeren Zeitrahmen als Bestätigung.“ Einfach genug – doch es bleiben viele Fragen offen.

    Break-and-Retest-Beispiel bei CME-Gold-Futures mit Volumen-Delta und Wyckoff-Distributionsanalyse

    Die Volumenanalyse zeichnet ein fundierteres Bild:

    Diese Beobachtungen bilden den Kontext – einen sequenziellen Wechsel der Phasen: Mark-Up (Aufwärtstrend) → Distribution → Mark-Down (Abwärtstrend). Im Nachhinein wirkt das offensichtlich; in Echtzeit ist es schwieriger, aber die Geschichte wiederholt sich oft.

    Wichtige Erkenntnisse aus der Volumenanalyse liefern weitere Details:

    • Der rote Pfeil links zeigt, dass es den Verkäufern nicht gelang, die Aufwärtstrendlinie zu durchbrechen, was die Wahrscheinlichkeit eines bullischen Breakouts über Hoch A erhöhte.
    • Beim Breakout über Hoch A erfasste der Delta-Indikator die Aktivität der Market-Käufer – ein Zeichen dafür, dass der Breakout echt war. Kein Wunder also, dass der Markt an Punkt B erneut Unterstützung auf demselben Niveau fand (es kam zum Retest des Breakouts).
    • Das Market Profile zeigt aktiven Handel um das Niveau 3490 (Balance_1): Der Kurs stellte sowohl Käufer zufrieden, die an weiter steigende Kurse glaubten, als auch Verkäufer, die bei ihren Long-Positionen Gewinne mitnahmen.
    • Das Schlüsselereignis ist eine breite Kerze, die die Aufwärtstrendlinie durchbricht (5). Sie zeigt ein Ungleichgewicht zugunsten der Verkäufer (3) – sichtbar am „dünnen“ Profil und an aggressiven Market-Verkäufen (4) im Delta. Das ist nicht mehr nur ein Breakout – es ist ein Zeichen dafür, dass die Kontrolle über den Markt gewechselt hat.

    Die beiden Schlussfolgerungen im Vergleich:

    • Reine technische Analyse: Es kam zu einem bärischen Break des Niveaus 3470, und der Retest an Punkt C war ein Grund, einen Short in Betracht zu ziehen.
    • Fortgeschrittene Volumenanalyse: An der psychologisch wichtigen Marke von 3.500 lief eine Distributionsphase ab, und Käufer gerieten in die Falle, als sich die Balance von Balance_1 zu Balance_2 verschob. Das liefert Gründe, einen deutlichen Abwärtstrend zu erwarten – der Short an Punkt C ist nicht nur eine Reaktion auf ein lokales Muster, sondern wird durch das Profil gestützt, das auf die Bildung der Oberkante einer neuen Balance hinweist.

    Die zweite Lesart gibt einem Trader weit mehr Zuversicht und Verständnis für die Marktsituation als die erste.

    Beispiel: Bitcoin (Binance Futures)

    Ein stündlicher Cluster-Chart des Bitcoin-Kurses, Daten von Binance Futures – zwei Fälle des Break-and-Retest-Musters an einem gepunkteten Niveau: A – ein Short nach einem Breakout unter die Unterstützung, B – ein Long nach einem Breakout über den Widerstand. Keines der beiden Muster kann als Misserfolg bezeichnet werden, doch das Ergebnis entsprach kaum den Erwartungen derjenigen, die auf den großen Wurf gehofft hatten.

    Break-and-Retest-Muster in einem Bitcoin-Cluster-Chart (BTC), Stundendaten von Binance Futures

    Auf der linken Seite des Charts fungierte das gepunktete Niveau als starke Unterstützung (1): Die Bemühungen der Verkäufer zeigen sich bei der Annäherung (rote Cluster), dennoch drehte der Kurs immer wieder nach oben – mit einer Ausnahme, als sich ein bärischer Breakout als falsch erwies.

    Die Verkäufer formierten sich neu und starteten einen neuen Angriff (2), der erfolgreich war. Die Käufer (3) hatten auf einen weiteren Rebound gesetzt, gerieten aber in die Falle: Als der Kurs unter das gepunktete Niveau fiel, zeigt sich ein scharfer Anstieg der Market-Verkäufe (hellrote Cluster und ein negativer Delta-Ausschlag) mit Anzeichen von Panik. Bemerkenswert ist, dass die Käufer bereits in der nächsten Kerze (5) wieder einstiegen.

    Der Kontrast zwischen den Kerzen (4) und (5) deutet auf die Liquidation von Verkäufern hin (ein Selling Climax), und der weitere Verlauf bestätigt dies: Die Verkäufer versuchten, die Bewegung wieder aufzunehmen (6), doch trotz der hellroten Cluster (Aufwand) drehte der Kurs nach oben und pendelte sich ein – der Markt war nicht mehr bärisch.

    Der Retest des bärischen Breakouts an Punkt A lieferte genug Gründe für einen Short-Einstieg, angesichts des aktiven Hin und Hers am gepunkteten Niveau zuvor (1–3). Das Muster trieb den Kurs bis zur Unterkante der neuen Balance, wo der Rückgang zum Stillstand kam – eine erneute Bestätigung, dass der Markt nicht mehr bärisch war.

    Dann versuchten die Bullen, die Initiative zu ergreifen:

    • Breakout. Der Kurs brach wieder über das gepunktete Niveau aus.
    • Retest. Eine Rückkehr zum Ausbruchsniveau an Punkt B. Technisch ist dies ein gültiges Retest-nach-Breakout-Muster: Im Hintergrund steht ein Selling Climax (ein frühes Anzeichen einer Trendwende von unten nach oben), und der rote Cluster (8) – ein Zeichen dafür, dass der lokale Rückgang auf dem niedrigeren Zeitrahmen endet – liefert eine zusätzliche Bestätigung für einen Kauf.

    Der Kurs stieg zwar leicht an, doch die Bullen waren nicht bereit, ihn über 112.000 zu treiben, wo die Verkäufer einige Kerzen zuvor aggressiv gewesen waren. Der Kurs fiel erneut; der rote Cluster (9) ist ein weiteres Zeichen für das Ende des lokalen Rückgangs, diesmal einschließlich des Ausstoppens von Long-Positionen, die beim Retest an Punkt B eröffnet worden waren. Die anschließende Belebung der Käufe (10) sorgte für eine überzeugendere Rally.

    Dieses Beispiel verdeutlicht zwei Dinge:

    • Das Trading der Break-and-Retest-Strategie verläuft nicht immer nach Plan. Lehrbuchbeispiele in populären Artikeln zeigen handverlesene Setups. In der Realität kann ein Retest über das Niveau hinausschießen, es nicht erreichen oder ganz ausbleiben, und die Bewegung danach kann enttäuschen.
    • Fortgeschrittene Techniken der Volumenanalyse ermöglichen es einem Trader, mit mehr Einblick zu handeln. Die Analyse von Balancen und Ungleichgewichten zwischen Angebot und Nachfrage hilft Ihnen, die Marktsituation besser zu lesen, zu verstehen, welche Seite die Kontrolle hat, und zu erkennen, ob diese Seite ihren Aufwand tatsächlich in eine entsprechende Kursbewegung umsetzt.

    Dieses Beispiel basiert auf Daten von Binance Futures, doch das Break-and-Retest-Muster lässt sich an anderen großen Kryptobörsen genauso gut lesen. ATAS bietet eine fortgeschrittene Kryptomarktanalyse – dasselbe Order-Flow- und Volumenanalyse-Toolkit, das in diesem Artikel verwendet wird, mit Daten von Binance, Bybit, OKX, Bitget, WhiteBIT und weiteren Börsen.

    Charting-Techniken für Break and Retest

    Horizontale vs. schräge Niveaus, Kanäle, Dreiecke

    Über das klassische horizontale Niveau hinaus (ein psychologisch wichtiger Kurs, ein vorheriges Swing-Hoch/-Tief) bilden sich Break-and-Retest-Setups häufig an schrägen Strukturen:

    • Trendlinie oder Kanal – der Kurs prallt regelmäßig von einer schrägen Linie ab, wie in Schritt 1 der obigen Methodik.
    • Dreieck – eine sich verengende Konsolidierung, wie im Bitcoin-Beispiel: Das Muster pendelte innerhalb eines Dreiecks, bevor es nach oben ausbrach.
    • Weitere Chartformationen finden Sie in den ATAS-Spickzetteln zu Chart- und Candlestick-Mustern.

    Die in diesem Artikel behandelten Tools – Delta, Footprint, Market Profile – bestätigen Break and Retest speziell für dieses Muster. Wenn Sie zusätzliche Volumenanalyse-Tools benötigen, um Level-Breakouts allgemeiner zu bestätigen (nicht nur innerhalb dieses speziellen Musters) – etwa Stacked Imbalances und Speed of Tape –, lesen Sie die separate Analyse Level-Breakouts im ATAS-Blog.

    Vor- und Nachteile der Strategie

    Was ist „Break and Retest“? Es ist ein klassischer Ansatz, der auf dem Einstieg in eine Position in Trendrichtung an einem durchbrochenen Unterstützungs-/Widerstandsniveau beruht. Die Strategie kann profitabel sein, aber niemand kann das garantieren.

    Vor- und Nachteile
    Vorteile
    • Trendfolgelogik. Die Strategie baut darauf auf, dass sich die ursprüngliche Bewegung zu einem vollwertigen Trend entwickelt.
    • Klare Risikokontrolle. Der Retest liefert ein sauberes, logisches Niveau für den Stop-Loss – jenseits der durchbrochenen Zone.
    • Kombinierbar mit Volumenanalyse. Wie oben gezeigt, helfen Order-Flow-Tools einem Trader, Einstiege auf Basis objektiver Daten zu bestätigen – nicht nur anhand des visuellen Musters.
    Nachteile
    • Viel „Rauschen“. Auf realen Charts sind saubere Retests selten: Der Kurs schießt oft über das Niveau hinaus oder erreicht es nicht ganz, wodurch der Einstiegspunkt mehrdeutig wird.
    • Risiko eines Fehlausbruchs. Der Kurs hält sich möglicherweise nur kurz jenseits des Niveaus und schwingt dann zurück in die Range, wobei er die Stops der Trader auslöst, die in Ausbruchsrichtung eingestiegen sind.
    • Risiko, dass gar kein Retest kommt. Der Kurs kann einfach davonlaufen, ohne auch nur die Andeutung eines Retests zu liefern.
    • Subjektivität. Die Auswahl der Unterstützungs-/Widerstandsniveaus und die Bewertung von Retest-Bestätigungen hängen von der Erfahrung des Traders ab und sind eine häufige Fehlerquelle.

    Warum wir keine Trefferquote (Win Rate) nennen

    Viele Artikel über die Break-and-Retest-Strategie nennen eine konkrete Trefferquote (zum Beispiel 60–70 %), ohne die Zahl mit Daten zu belegen. Wir verzichten bewusst darauf: Die tatsächliche Performance hängt vom Markt, vom Instrument, vom Zeitrahmen, davon, wie gut Fehlausbrüche mithilfe von Order Flow herausgefiltert werden, und von der Disziplin des Traders ab. Ein Durchschnittswert ohne diesen Kontext führt eher in die Irre, als dass er jemandem bei einer Entscheidung hilft.

    FAQ

    Die Strategie hat eine solide Begründung: ein Einstieg in Trendrichtung mit klarem, begrenztem Risiko. Doch wie bei jeder Strategie hängt das Ergebnis von der Umsetzung ab – davon, einen echten Breakout von einem falschen zu unterscheiden, und von diszipliniertem Risikomanagement. Mehr dazu unter „Vor- und Nachteile der Strategie“ oben.


    Wir nennen keinen konkreten Prozentsatz – siehe „Warum wir keine Trefferquote (Win Rate) nennen“ oben.


    Ein Breakout im Trading ist eine impulsive Kursbewegung (meist begleitet von steigendem Volumen), die ein zuvor etabliertes Unterstützungs- oder Widerstandsniveau durchbricht und sich jenseits davon hält. Ein Breakout signalisiert oft eine Verschiebung des Kräfteverhältnisses zwischen Käufern und Verkäufern.


    Es gibt zwei Hauptansätze: einen aggressiven – Einstieg im Moment des Durchbruchs mit einer Market-Order; und einen konservativen – Einstieg beim Pullback zum durchbrochenen Niveau (dem Retest), wobei eine Limit-Order verwendet werden kann. Keiner der beiden Ansätze ist objektiv besser: Beim aggressiven Einstieg besteht das Risiko, einen Fehlausbruch zu erwischen, beim konservativen das Risiko, die Bewegung zu verpassen, wenn kein Retest kommt.


    Manchmal kehrt der Kurs nach einem starken Breakout nie zum Niveau zurück – er läuft einfach weiter („Break and Run“). In dieser Situation ist es am besten, nichts zu tun: Der Versuch, „auf einen abfahrenden Zug aufzuspringen“, bedeutet meist einen Einstieg zu einem schlechten Preis mit einem ungünstigen Risk-Reward-Verhältnis.


    Die Logik des Break-and-Retest-Musters gilt auf jedem Zeitrahmen. Doch je niedriger der Zeitrahmen, desto mehr Markt-„Rauschen“ haben Sie. Wenn das Trading von Retests viele Fehleinstiege produziert, wechseln Sie auf einen höheren Zeitrahmen und nutzen Sie die niedrigeren stattdessen für die Order-Flow-Bestätigung.


    Das Trading von Fehlausbrüchen ist eine Gegentrendstrategie. Ein Trader wartet darauf, dass der Kurs ein Niveau durchbricht, und wenn sich die Bewegung nicht entwickelt, steigt er in die Gegenrichtung ein, sobald der Kurs auf die andere Seite des Niveaus zurückkehrt. Mehr dazu, mit Chartbeispielen, finden Sie im Artikel False Breakout: So erkennen und traden Sie Fehlausbrüche.


    Fazit

    Die Break-and-Retest-Strategie ist ein klassischer Ansatz für den Einstieg in eine Position in Trendrichtung an einem durchbrochenen Unterstützungs-/Widerstandsniveau. Sie hat echte Stärken (klares Risikomanagement, Trendlogik) und echte Risiken (Rauschen, Fehlausbrüche, ausbleibende Retests, subjektive Auswahl der Niveaus). Keine Strategie ist mit Garantien verbunden – der richtige Weg herauszufinden, ob sie zu Ihrem Stil passt, besteht darin, sie in der Praxis zu testen, ohne echtes Kapital zu riskieren.

    Dazu einfach ATAS herunterladen und den Market-Replay-Simulator starten: Suchen Sie einige Break-and-Retest-Setups in Ihrer Historie und arbeiten Sie sie mithilfe von Footprints und den anderen in diesem Artikel behandelten Order-Flow-Tools durch. Der Indikator Breakout and Retest Signals hilft Ihnen, Kandidaten im Chart schneller zu finden, und die hier behandelten Techniken der Volumenanalyse helfen Ihnen, einen starken Breakout von einer Manipulation zu unterscheiden. So finden Sie am besten heraus, ob die Break-and-Retest-Strategie zu Ihnen passt.

    Die Informationen in diesem Artikel sind nicht als Aufforderung zur Investition oder zum Kauf/Verkauf von Vermögenswerten an der Börse zu verstehen. Alle Situationen, die in diesem Artikel besprochen werden, dienen ausschließlich dem Zweck, sich mit der Funktionalität und den Vorteilen von ATAS vertraut zu machen.

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